Biofeedback bei Bruxismus: Das bringt der verzögerte Alarm - Biofeedback gegen Bruxismus CMD Nackenschmerzen

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Biofeedback bei Bruxismus: Das bringt der verzögerte Alarm


Jeder Biofeedbacktherapeut wird es bestätigen: Fast ausnahmslos erfolgt die Rückmeldung bei Biofeedbackgeräten unmittelbar. Warum ist das so? Was bringt die Besonderheit einer zeitlich verzögerten Rückmeldung? Und warum ist das gerade bei Biofeedback gegen Bruxismus das Ass im Ärmel?

Beim Biofeedback lernt der Patient über eine taktile, auditive oder visuelle Rückmeldung willentlich auf die Veränderung seiner physiologischen Körperfunktionen Einfluss zu nehmen (siehe Artikel „Biofeedback verstehen“).

Dabei erfolgt die Rückmeldung schwellwertgesteuert. Das heißt, ab einem speziell definierten Wert (z.B. der Muskelanspannung) erfolgt ein Feedback oder das Feedback ändert seine Qualität. Dazu ist es sinnvoll, dass die Veränderung bzw. das Über- oder Unterschreiten dieses definierten Wertes sofort und unmittelbar zurückgemeldet wird. Nur so können wir auch sofort und unmittelbar darauf reagieren.

Eine Spezialform der Rückmeldung ist das zeitlich verzögerte Feedback, das meist als Alarm genutzt wird. Die zwei wesentlichen Anwendungsbereiche liegen beim Einsatz von Biofeedback gegen Bruxismus und bei der Überwachung des oberen Trapeziusmuskels im Schulter-Nacken-Bereich: Bei Nackenschmerzen – häufig im Zusammenhang mit Zähnepressen und einer CMD - oder der Prävention von Nackenproblemen am PC-Arbeitsplatz. Dabei sind die Gründe, das Feedback verzögert zu wählen, durchaus unterschiedlich.

Spezialfall Bruxismus

Beim Biofeedback gegen Zähnepressen wird die Muskelanspannung der Kaumuskulatur gemessen. Dies geschieht mittels eines sogenannten Oberflächen-EMG’s (sEMG) mit Platzierung der Messsensoren auf der Haut. Die meisten angebotenen Geräte sind entweder am Masseter oder am Temporalis (Schläfenmuskel) einsetzbar; das EXPAIN change Biofeedbackgerät z.B. kann beides. Meist wird es am Masseter eingesetzt, kann aber auch am Temporalis verwendet werden – beispielsweise bei Bartträgern.

In jedem Fall handelt es sich um eine Messung im Gesichtsbereich. Und dort entsteht ein Problem: Die Mimikmuskulatur, welche die Kaumuskulatur überlagert. Kein sEMG-Biofeedbackgerät kann die Muskelanspannung differenzieren, also unterscheiden, ob nun die Kaumuskulatur oder die Mimik für einen Anstieg der Muskelspannung verantwortlich ist.

spezifisch muss das Feedback sein

Damit das Biofeedbackprinzip möglichst effektiv funktioniert, ist es aber wichtig, dass die Rückmeldung möglichst spezifisch ist. Mit anderen Worten für den Spezialfall Zähnepressen: Das Gehirn soll das Feedback möglichst exakt dem Zähnepressen zuordnen können und nicht durch Anspannungen der Mimikmuskulatur „verwirrt“ werden. Genau dies lässt sich durch eine zeitliche Verzögerung des Alarms erreichen.

Damit führen Aktivitäten der Minikmuskulatur wie Gähnen, Lachen, Sprechen etc., welche den eingestellten Schwellwert zulässiger Anspannung überschreiten, zu keinem (falschen) Feedback. Das Zähnepressen, welches üblicherweise länger als z.B. ein Schluckakt dauert, führt hingegen zuverlässig zu einem spezifischen Alarm.

Die Lösungen

Meist behelfen sich Hersteller damit, dass kurze Überschreitungen der Muskelanspannung sehr leise rückgemeldet werden und der Alarm mit zunehmender Dauer der Anspannung lauter wird. Damit ist das Feedback zwar abgeschwächt, aber dennoch sofort da – leider jedoch nicht spezifisch.

Aktuell verfügt unter den gegen Bruxismus angebotenen Biofeedbackgeräten ausschließlich das EXPAIN change über die Möglichkeit dieser spezifischen Rückmeldung mittels einer zeitlichen Verzögerung beim Feedback. Die Verzögerung des Vibrationsalarms beim EXPAIN change kann zudem auf die individuellen Gegebenheiten des Patienten eingestellt werden.



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